Achtung – neuer Veranstaltungsort: Entgegen der Vorankündigung findet der 6. Berliner Mediationstag im Harnack-Haus in Berlin-Dahlem statt        

2. Berliner Mediationstag - 26.09.2008

UNIV.-DOZ. DR. FRIEDRICH GLASL
 

Das Kontingenzmodell der Mediation
Konflikt – Diagnose – Interventionsmethoden
 

Intensität, Umfang und Eskalation von Konfliktsituationen können in ihrer Unterschiedlichkeit so vielfältig auftreten, wie der sprichwörtliche Sand im Meer – der dann ganz plötzlich im Getriebe auftaucht. Es genügt nicht, kompetenz- und lösungsorientierte Modelle für den erfolgreichen Umgang mit Konflikten zur Hand zu haben. Für den Erfolg ist die Urteilsfähigkeit entscheidend, wann welche Methode einzusetzen ist. 

Inhalte 

- Ganzheitliche Konfliktdiagnose, mit besonderer Beachtung der Eskalationsdynamik
- Kontingenzmodell für Konfliktinterventionen
- Konkrete Konfliktbearbeitungsmethoden
- Abgrenzung von verschiedenen Ansätzen: Moderation, Mediation, Prozesskonsultation etc.
- Kriterien für den passgenauen Einsatz verschiedener Methoden

Arbeitsformen
 
- Theorie-Inputs mit Praxisbeispielen
- Kleingruppenübungen zur Konfliktdiagnose und zu Interventionsmöglichkeiten am Beispiel von Szenen des Films „Der Rosenkrieg“

2. BERLINER MEDIATIONSTAG

Bereits mit den ersten Informationen zu der Konfliktgeschichte sind Berater der Konfliktbearbeitung mit der Konfliktdiagnose beschäftigt. Um was geht es in dem Konflikt, wer ist beteiligt und wie weit ist der Konflitk bereits fortgeschritten. Zu diesen Fragen hat Friedrich Glasl ausführlich Material und Modelle erarbeitet, die in der alltäglichen Arbeit an und mit Konflikten hilfreich sind. Besonders das Konzept der Eskalationsstufen bietet eine pra-xisnahe Unterstützung, Konflikte zu diagnostizieren und entsprechend der festgestellten Stufe beraterisch vorzugehen. 

Mit dem 2. Mediationstag setzen wir die 2007 begonnene Reihe fort. Gemeinsam mit der Regionalgruppe Berlin und ihrer Leiterin Sosan Azad führen wir die Veranstaltung durch.

Wir danken noch einmal Herrn Dr. Friedrich Glasl für seine Zusage, den 2. Berliner Mediationstag für uns zu bestreiten.
Wir freuen uns auf einen anregenden und interessanten Austausch.

PROGRAMM

1. Einführung in den Tag: Grundidee, Perspektive, Kennenlernen, Kontakt

2. Das Glaslsche Kontingenzmodell: Einführung

3. Eskalationsmodell und Konflikttypologie

4. Ausschnitte aus dem Film „Der Rosenkrieg“

5. Szenendiagnose in Kleingruppen und Ideensammlung für gezielte Interventionsmöglichkeiten

6. Ergänzung der Interventionsmethoden und Diskussion im Plenum

7. Abschluss: Literatur, Fortbildung, Resonanz

Der Referent: Friedrich Glasl

PD Dr. rer.pol.habil., geb. 1941 in Wien, Studium der Politikwissenschaften, Psychologie und Philosophie an der Universität Wien. 1967–1985 am NPI-Institut für Organisationsentwicklung (NL), 1983 Habilitation an der Universität Wuppertal. 1985 Mitbegründer der TRIGON Entwicklungsberatung (A) und Rückkehr nach Österreich. Dozent an der Universität Salzburg für Organisationsentwicklung und Konfliktmanagement. Gastprofessuren innerhalb und außerhalb Europas. Mediator BM und Mediationstrainer BM (Deutscher Bundesverband Mediation), eingetragener Mediator BMJ, Berater und Trainer für Unternehmensentwicklung; Konfliktmanagement und Mediation in Wirtschaft, Verwaltung, Kultur, in internationalen Krisen- und Bürgerkriegssituationen.
 
Autor einiger Standardwerke, u.a. „Konfliktmanagement“, „Selbsthilfe in Konflikten“, „Konflikt, Krise, Katharsis und die Verwandlung des Doppelgängers“, „Professionelle Prozessberatung“ (mit Trude Kalcher und Hannes Piber), „Mediation in Bewegung“ (mit Rudi Ballreich).
 
Schrieb Lyrik und Märchen sowie die Hörspiele „Wenn aber der Herr kommt“ (Studio Wien) und „Legende von den sieben Körben“, womit er 1967 Preisträger des Österreichischen Rundfunks wurde und den 2. Internationalen UNDA-Hörspielpreis erhielt. Betreibt mit seiner Frau und einem Freundeskreis ein Marionettentheater, schreibt dafür Stücke, führt Regie und spielt Marionetten.
 
E-mail: friedrich.glasl@trigon.at