16. Berliner Mediationstag
KONFLIKTE SCHÜREN UND BERUHIGEN LERNEN
„Ein Tag über die Kunst, Konflikte nicht zu lösen und dennoch hilfreich zu sein“ mit Klaus Eidenschink
„Konflikte gehören zum Leben. Sie sind nicht nur unvermeidbar, sondern auch notwendig, denn Neues verletzt bestehende Ordnung, etablierte Interessen und funktionierendes Eingeschwungen-Sein. Was passiert, wenn der oft ersehnte Konsens gar nicht die Lösung ist, sondern die kluge Wahl zwischen beruhigenden und zuspitzenden Kommunikationsweisen?
Klaus Eidenschink stellt fest: „Konflikte wie Konsens können nützlich und schädlich sein. Denn Konsens ist eine vorübergehende Form der Konfliktberuhigung. Daher neigt er kompensatorisch zu Hyperstabilisierung und so führt Konsens oft zu Erstarrung und Lagerbildung“. Er fragt: Lassen sich Konflikte überhaupt lösen, wenn jede Form der Problemlösung neue Lösungsprobleme erzeugt. Nach dem Konflikt ist vor dem Konflikt“.
Konflikte brauchen Verlierer, um zu neuen stabilen Verhältnissen zu führen. Win-win Lösung basieren meist auf (nützlichen) Illusionen oder der Vernachlässigung abwesender Interessenparteien.
In Summe: Es hilft sehr, wenn man Konflikte als soziales Kommunikationssystem ansieht, das eine Eigendynamik hat, die Menschen ergreift und ihre Selbststeuerung (oft problematisch) verändert. Prägnant gesagt: Nicht Menschen haben Konflikte, sondern Konflikte haben Menschen. Als Berater:in ist es unabdingbar, eine Konflikttheorie zu nutzen, die Konflikte beschreibt und nicht normativ einordnet und wertet. Sonst verkommt Konfliktberatung zur Konsenspädagogik:
„Vertragt Euch doch, Kinder!“
Zu all diesen Aspekten bietet der Mediationstag Impulse, Diskurse und Reflexionsmöglichkeiten.
Liebe Grüße, Peter Knapp & Klaus Eidenschink